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Wasser marsch!

Wasser marsch!

Wasser marsch!

Hallo liebe Leser,

wie bereits im letzten Beitrag angekündigt, haben wir an einem freien Tag bei unserer Wwoofing-Familie einen Tagesausflug in die Catlins gemacht. Der erste Zwischenstopp in den Catlins war für uns das Waipapa Lighthouse. Vom 28. zum 29. April 1881 sank hier am Otara Reef das Schiff Tararua. Dieses Unglück zählt zu den schwersten zivilen Schiffsunglücken Neuseelands. Deshalb wurde 1884 das Waipapa Point Lighthouse in Betrieb genommen. Der Leuchtturm zählt zu einem der letzten hölzernen Leuchttürmen, die in Neuseeland gebaut wurden.

Nach unserem Besuch des Leuchtturms ging es weiter zum Slope Point. Das ist der südlichste Punkt der neuseeländischen Südinsel. Mehr als einem Wegweiser, tobenden Wellen und einer fantastischen Aussicht auf die umliegenden Klippen gibt es hier aber nicht zu sehen.

Nächster Stopp: Curio Bay und Purpoise Bay. Am Curio Bay sieht man jede Menge versteinerte Bäume und Baumstümpfe. Neben dem fossilen Wald gibt es aber auch noch andere Dinge zu sehen. Viele erzählten uns, dass wir hier Hector-Delfine und Pinguine sehen. Nach langem Warten haben wir aber dann doch „nur“ einen sich putzenden Pinguin im Gebüsch gesehen. Das Wasser ist türkisblau, die Wellen brausen und die Sonne hat uns auch nicht im Stich gelassen.

Danach ging es für uns auf eine Wasserfalltour. In den Catlins gibt es jede Menge davon und wir hatten uns vorgenommen, die bekanntesten anzuschauen. Dafür besuchten wir die Koropuku Falls. Unserer Meinung nach eindeutig der schönste Wasserfall in den Catlins. Er ist der einzige Wasserfall ohne großes braunes Touristen-Wegweiserschild und daher auch leicht zu verfehlen. Der Weg dahin ist atemberaubend und man fühlt sich, sobald man die ersten Schritte gegangen ist, wie in einer ganz anderen Welt. Alle Bäume sind von Moos bedeckt. Das Sonnenlicht blinzelt nur teilweise durch die saftig grünen Baumkronen. Die Luftfeuchtigkeit fühlt sich höher an als in der umliegenden Gegend. Ein kleiner, bei uns allerdings auch sehr matschiger, Pfad führt durch den Urwald, entlang an einem kleinen Fluss den man auch mehrmals überqueren muss mit Hilfe von kleinen Steinen im Wasser. Nach einigen Minuten hatten wir es dann endlich geschafft und unser Ziel erreicht. Nur noch ein paar kleinere Felsen überqueren und wir sind da. Es ist mit Sicherheit nicht der größte Wasserfall, allerdings macht ihn der Weg und die Idylle ringsum einzigartig. Wir waren die komplette Zeit allein auf dem Pfad und konnten so die zwitschernden Vögel und das plätschernde Wasser genießen. Traumhaft und unbedingt sehenswert!

Anschließend besuchten wir noch die Mc Lean Falls, die Matai Falls & Horsehoe Falls und zu guter Letzt die Parakaunui Falls.

Auch die Fahrt durch die Catlins ist atemberaubend, wir fühlten uns ein bisschen zurückversetzt zu unserem Besuch auf Coromandel. Es gibt herrliche Zwischenstopps und Orte, an denen man halten kann wie am Tantuku Beach Lookout.

Erschöpft aber reich an vielen wunderschönen Impressionen ging es für uns zurück zu unserer Wwoofing-Familie nach Lornesville bei Invercargill. In den letzten Tagen arbeiteten wir noch einmal hart und versuchten uns erfolgreich am Holzsplitter, Quad fahren, Schafe einzäunen und anderen tollen Aufgaben. An einem Tag konnten wir mit unserem Host-Papa sogar zum Schafe scheren gehen. Nach dieser aufschlussreichen Woche verabschiedeten wir uns auch schon wieder bei der Wwoofing-Familie. Torsten bekam zum Abschied noch eine gemeine Erkältung geschenkt, die wohl irgendwie die Auswirkung auf das derzeitige Mistwetter war. 😉

Unsere Reise geht weiter! Wir fuhren nach Te Anau und machten wieder einige kurze Zwischenstopps bei Monkey Island (einer kleinen Insel,  auf die man bei Ebbe laufen kann), an der Clifden Suspension Bridge und am Gemstone Beach, an dem man riesige Wellen und richtig hohe Sandsteinklippen sieht.

Angekommen in Te Anau ging es für uns auf einen Campingplatz. Am nächsten Tag dann Richtung Milford Sound. Dort hatten wir eine Bootstour gebucht. Da die Straße teilweise sehr kurvig ist und sich die Strecke ziemlich zieht, sind wir schon gegen 6:30 Uhr losgefahren. Auf dem Weg dahin begrüßten uns gigantische Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln und einer sehr klaren und angenehmen Bergluft. Angekommen am 15 km langen und teilweise rund 300 m tiefen Fjord wartete dann auch schon unser GoOrange Boot auf uns. Der Milford Sound ist eine der regenreichsten Regionen der Welt. Hier fallen jährlich bis zu 8.000 mm Niederschlag. Es war also keine Überraschung, dass wir nicht das schönste Wetter hatten; die Sonne blickte trotzdem ab und an durch die Wolken. Die von Wolken durchzogenen Berge machten die Bootstour eigentlich fast noch schöner, da es irgendwie etwas Mystisches an sich hatte. Während der Bootstour sahen wir Robben auf einem kleinen Felsvorsprung und fuhren ziemlich nah an die Wasserfälle ran. Ziemlich nah bedeutet in diesem Fall bis zu 40 cm entfernt vom Felsen. Man steht auf dem Schiff also quasi im Wasserfall.

Nach zwei Stunden war die Tour vorbei und wir begaben uns auf den Rückweg. Kurz vorm Homer Tunnel haben uns dann noch 2 Bergpapageien, die Keas, auf unserem Autodach besucht. Die kleinen Scheißer sind wunderschöne Tiere und sehr zutraulich. Füttern soll man sie aber trotzdem nicht – warum auch! Sie fahren nämlich total auf Gummi und Plastik ab und machen vor nichts Halt. Wir sind jetzt um ein paar Gummidichtungen am Auto leichter, aber das nehmen wir den beiden Keas in diesem Fall mal nicht so krumm. 😉 Keas sind zudem intelligente Tiere. Sie können ihr Spiegelbild erkennen und sogar problemlos Rucksäcke und Mülltonnen öffnen. 😀

Auf dem Rückweg legten wir wieder ein paar kurze Zwischenstopps ein. Diesmal einen bei den Chasm Falls und bei den Mirror Lakes. Die Geschwindigkeit des Wassers an den Chasm Falls ist einzigartig. Wir haben noch nie solche Wassermengen gesehen die so schnell und laut ins Tal rollen. Bei den Mirror Lakes kann man die umliegenden Berge gespiegelt im Wasser sehen. Da es aber dann ziemlich wolkig wurde, war es für uns nicht der schönste Anblick. 😉

Am nächsten Tag ging es für uns weiter nach Queenstown. Queenstown ist ziemlich touristisch und voll von Aktivitäten die man hier machen kann. Neben Paragliding, Speedboot fahren, Bungeejumping und Fallschirmsprüngen ist alles dabei. Wir haben aber erstmal wie üblich mit einem kleinen Stadtbummel angefangen. Es fand gerade ein kleiner Markt statt, über den man schlendern und man sich bei Live-Musik im Park niederlassen konnte. Schön! Queenstown liegt am Lake Wakatipu und ist umgeben von Bergen. Die Gebäude versprühen Charme und die Stadt hat irgendwie Wohlfühlcharakter. Gruselfans sollten unbedingt die Fear Factory besuchen. Eine Art Geisterbahn ohne Bahn. 😀 Hier läuft man ca. 25 Minuten durch und wird ordentlich erschreckt. Auf dem Bild seht ihr, wie es uns erging. 😀 Übrigens gibt es eine „Chicken-List“. Auf diese kommt man sobald man die Tour abbrechen will und „Chicken“ ruft. Über 6.000 Leute haben ihre Tour schon abgebrochen, da seht ihr also, wie gruselig das sein kann! 😀 Des Weiteren haben wir den legendären Fergburger besucht und gegessen. Dieser Laden wurde uns schon mehrfach in Neuseeland empfohlen. Und was sollen wir sagen – der Laden war gerappelt voll und die Burger megalecker! Sollte man auf jeden Fall nicht verpassen.

Wir werden noch bis morgen hier bleiben. Danach geht es für uns weiter nach Wanaka.
Wir sind in den letzten Tagen übrigens unseren zehntausendsten neuseeländischen Kilometer mit unserem Nussmobil gefahren. Wie ihr seht, haben wir wieder eine Menge gesehen und erlebt.

Wir melden uns in den nächsten Tagen wieder bei euch.
Verregnete Grüße aus Queenstown,
Torsten & Marcel

10 thoughts on “Wasser marsch!

  1. Marion Schepp

    Hallo meine beiden Lieben,
    wie immer bin ich von Eurem tollen Blog wieder hellauf begeistert, er ist wunderbar geschrieben und bebildert und ich habe wieder das Gefühl „mittendrin“ zu sein (y) Glückwunsch zum „Zehntausendsten“ 😀 und Euch dank Eures Nussmobils so sagenhaft schöne Erlebnisse möglich macht (y) 🙂
    Gute Besserung Torsten, ich hoffe Deine Erkältung ist am abklingen, damit Du gesund Eure weiteren Erlebnisse genießen kannst.
    Ich wünsche Euch für Eure weiteren Vorhaben alles erdenklich Gute bei bester Gesundheit und natürlich ganz, ganz viel Spaß, Mama Marion
    Love and miss you so much <3 <3 <3 :* :* :*

    1. Torsten & Massimo Post author

      Huhu 🙂
      Torsten geht’s langsam wieder besser und hier in Queenstown gefällt’s und super! Danke dir fürs Lesen! Wir vermissen dich auch <3
      Liebe Grüße in die Heimat 🙂

  2. anette

    Wahnsinn- tolle Bilder und irre Eindruecke die wir leider nur auf den Bilder erahnen koennen- schoene Zeit gglg aus der fernen Heimat gglg Gerald u Anette

  3. Elske Sohrmann

    Da habt Ihr ja richtig Schiss gehabt ,das Bild- ein Schnappschuss und die anderen vielen, wunderbaren Fotos… Spitze. Dir gute Besserung Torsten und liebe Grüße an Euch beide von Mama Elske.

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